Die Arbeit des Fan-Projektes stützt sich im Wesentlichen auf folgende fünf Säulen:

• Betreuung / Begleitung bei Heim- und Auswärtsspielen
• Beratung / Sprechzeiten
• Sport- und kulturpädagogische Angebote
• Gremienarbeit
• Fahrten und Reisen (Jugendbegegnungen, U-18 Fahrten)


Betreuung / Begleitung bei Heim- und Auswärtsspielen

Die Mitarbeiter des Fan-Projektes sind bei allen Heimspielen vor Ort in den Stadien und stehen den Jugendlichen als Ansprechpartner zur Verfügung. Meist verlaufen die Heimspiele problemlos, so dass ein Hauptaugenmerk auf der Kontaktpflege und sonstigen Gesprächen liegt. Die Mitarbeiter befinden sich in den Fanblöcken und sind im Notfall jederzeit ansprechbar. Natürlich stehen die Mitarbeiter auch im engen Kontakt mit der Fanbetreuung des Vereins und den Kollegen und Kolleginnen der Fan-Projekte, die ihre Fans begleiten.
Bei Auswärtsspielen begleitet das Fan-Projekt die Fans meist bei deren selbst organisierten Fahrten in Fanbussen. Zu ausgewählten Spielen bietet das Projekt eigene drogenfreie U-18 Fahrten für jugendliche Fans unter 18 Jahren an. Das Konzept ohne Alkohol und Nikotin am Erlebnis Auswärtsspiel teilzuhaben, soll bei den Fans einen gesunden Lebensstil fördern und ihnen vermitteln, dass Fußball auch ohne Drogenkonsum Spaß machen kann.
Bei den Auswärtsspielen setzt sich das Projekt regelmäßig mit den Kollegen der Fan-Projekte vor Ort (so vorhanden) in Verbindung und nimmt Kontakt zur örtlichen Polizei auf. Die Mitarbeiter versuchen in Konfliktsituation zu schlichten bzw. Konflikte im Vorfeld zu vermeiden und so zu einem reibungslosen Ablauf beizutragen.


Beratung / Sprechzeiten

Das Projekt bietet den Fans bei Konflikten mit dem Verein, der Polizei oder auch der Schule und dem Arbeitgeber Beratung und Unterstützung an (Einzelfallhilfe). Ferner werden Jugendliche bei Bedarf bei der Formulierung z. B. einer Bewerbung unterstützt. Termine sind auf Absprache bzw. während der Öffnungszeiten von 10.00 bis 17.00 Uhr jederzeit möglich.
Bei größeren Konflikten fungiert das Projekt als Vermittler und Mediator und versucht die Konfliktparteien an einen Tisch zu bringen (Runde Tische). Darüber hinaus berät das Projekt auch Vereine und Institutionen im Umgang mit jugendlichen Fans bzw. leistet Ausklärungsarbeit in Bezug auf jugendliches Gruppenverhalten.


Sport- und kulturpädagogische Angebote

Das Fan-Projekt hat in vier verschiedenen Berliner Bezirken feste Hallenzeiten, zu denen einzelne Jugendliche und/oder Gruppen sich sportlich betätigen können. Aktuell wird in allen Hallen Fußball gespielt. Darüber hinaus veranstaltet das Projekt Fußballturniere bzw. unterstützt vermehrt Fan-Gruppen bei der Organisation eigener Turniere.
Ergänzt wird das Sportangebot durch Veranstaltungen im Hoch- und Dachseilgarten. Zwei der Mitarbeiter haben hierfür eine Trainerausbildung.
Im Bereich der Kulturpädagogischen Angebote greift das Projekt auf das Fußballinteresse der Jugendlichen zurück. Erzählcafes mit älteren und jüngeren Fans, das Fußballfilmfestival 11mm, die Gestaltung und Produktion von Fan-Bildkalendern bzw. die Unterstützung der Jugendlichen bei der selbstständigen Umsetzung sind ein wichtiger Bestandteil der Projektarbeit. Im Vordergrund steht hier ganz bewusst die Unterstützung und Förderung von vorhandenen Ressourcen und kreativen Potentialen bei den Jugendlichen, weg von der Defizitorientiertheit, die ansonsten oft den Umgang mit Fußballfans von vielen Seiten prägt. Fußball und Fandasein ist auch (Sub-) Kultur und das öffentliche Bild über Fußballfans soll verbessert werden.


Gremienarbeit

Hier versucht das Projekt sowohl auf Bundesebene als auch im Bereich der Berliner Vereine im Rahmen seiner Lobbyarbeit zumindest Interesse für die Bedürfnisse und Probleme Jugendlicher Fußballfans zu wecken, idealerweise darüber hinaus Verständnis dafür zu schaffen. Das Stadion ist nicht nur ein Ort von Sportveranstaltungen, sondern für viele Jugendliche auch ein bedeutender Sozialraum. Die Schaffung bzw. der Erhalt von Freiräumen für Jugendliche ist deshalb die oberste Zielsetzung des Projekthandelns. Gerade in der zunehmenden Verregelung des Sozialraumes Stadion und der Kommerzialisierung des Fußballs liegen viele Konflikte zwischen Fans und vereinen, verbänden bzw. Ordnungsinstitutionen begründet.
In vielen Arbeitskreisen und Gesprächsrunden auf nationaler und lokaler Ebene und im Rahmen seiner Presse- und Öffentlichkeitsarbeit versucht das Fan-Projekt dieser Herausforderung gerecht zu werden.
Abgerundet wird dieses Engagement durch Referententätigkeit in Facharbeitsgruppen, Arbeitskreisen und Fachtagungen auf Berliner, nationaler und internationaler Ebene, sowohl im Bereich Sicherheitsbehörden als auch Sozialwissenschaftlichen Zusammenhängen.


Fahrten und Reisen (Jugendbegegnungen, U-18 Fahrten)

Nationale und internationale Jugendbegegnungen, meist im Zusammenhang mit Fußballspielen oder Fußballgroßereignissen wie Europa- und Weltmeisterschaften, waren und sind ein wichtiger Baustein in der Arbeit des Fan-Projektes. Der Abbau von Vorurteilen, das Kennenlernen der teilweise sehr unterschiedlichen Lebensrealitäten anderer Jugendlicher, die Schaffung von Beziehungsstrukturen und die Initiierung von wichtigen gruppendynamischen Lernprozessen sind Ziele, die den hierfür notwendigen großen Arbeits- und Zeitaufwand rechtfertigen.
Hier wird auch der Grundstein gelegt für eine kontinuierliche im Ligaalltag fest verankerte antirassistische und Toleranz fördernde Arbeit mit jugendlichen Fußballfans. Hier kann das Projekt auf die partnerschaftliche Unterstützung und Hilfe vieler kompetenter Mitstreiter wie
z. B. die Fan-Betreuung der Vereine, Fanselbstinitiativen aber auch die Fußballverbände bauen.