Fußball und außerschulische Bildung

Die Idee, die Faszination des Fußballs mit der außerschulischen Bildung zu verbinden, stammt aus Großbritannien. Dort entstanden seit Ende der Neunziger Jahre über 70 Lernzentren („study support centre“), die in enger Kooperation zwischen Vereinen, benachbarten Schulen, Trägern der Jugendhilfe und dem Bildungsministerium initiiert wurden.

Von Großbritannien nach Deutschland

Dieser Ansatz wurde mittlerweile in die Bundesrepublik transferiert, in Dortmund und Bochum sind durch die Initiative der ortsansässigen Fan-Projekte Lernzentren errichtetet worden. In Berlin wurde von der Fan- und Mitgliederabteilung und der Geschäftsführung des 1.FC Union in enger Zusammenarbeit mit dem British Council und dem Fan-Projekt der Sportjugend im Jahr 2007 ein erstes - temporär genutztes - Lernzentrum ins Leben gerufen –konkret stellt der Verein in diesem Falle während der Dauer von so genannten Projektwochen einer kooperierenden Köpenicker Schule Räumlichkeiten in der alten Geschäftsstelle und im VIP Bereich zur Verfügung.

In der unmittelbaren Nähe zum Olympiastadion ist nun in enger Zusammenarbeit zwischen der Robert Bosch Stiftung, dem Fan-Projekt der Sportjugend Berlin und Hertha BSC ein weiterer so ungewöhnlicher wie attraktiver Lernort entstanden: in der Hertha BSC Fußball-Akademie haben Schülerinnen und Schüler aus ganz Berlin die Möglichkeit, einen außerschulischen, politischen Bildungsurlaub zu erfahren.
Es geht einerseits um die Förderung der elementaren Kulturtechniken, also Lesen, Schreiben und Rechnen sowie die Qualifizierung zu einem kompetenten Umgang mit dem Computer, aber auch um den Fußball - der Ort des Projektes und die zum Teil fußballspezifischen Lernmaterialien wirken bei den Jugendlichen besonders motivierend.

Zielgruppe

Benachteiligte jugendliche SchülerInnen sollen durch vielfältige Angebote in ihrer Lebensplanung unterstützt und auf ihr späteres Leben vorbereitet werden.
Die Tatsache, dass die SchülerInnen über die Vermittlung der Fan-Projekt-Mitarbeiter neben der fußballspezifischen Computerarbeit Kontakt zu ihren Vereinen aufnehmen können, indem sie die Möglichkeit erhalten, mit Vereinsangestellten zu sprechen, die Geschäftsstellen zu besuchen oder die Spielerkabinen zu besichtigen, oder gar bei einem Trainings- oder Spielbesuch mit den Spielern in direkten Kontakt zu kommen, machen dieses Lernen an einem außergewöhnlichen Ort zu einem unvergleichlichen Erlebnis.
Jugendliche mit so genanntem „besonderen Hilfe- und Förderbedarf“ sind die Zielgruppe des Lernzentrums. Diese sollten durch thematisch abgegrenzte Lernmodule in ihrer Lebensplanung unterstützt und auf ihr späteres selbständiges Leben vorbereitet werden.

Kooperationspartner

Das Projekt Lernzentrum setzt sich aus folgenden Kooperationspartnern zusammensetzen:

Das Fan-Projekt fungiert als Ansprechpartner für Schulen und Institutionen. Es hilft den Bildungsreferenten sich in die Strukturen und Thematiken einzuarbeiten. Und begleitet das Projekt unterstützend, reflektorisch und stellt den Zugang zu seinem Netzwerk und seinen Ressourcen (Materialien, Fahrzeuge) her. Um die Abläufe der Module planen zu können, stellt es einen Büroraum bzw. Computerarbeitsplatz zur Verfügung.
Die pädagogische Fachkraft ist Bestandteil des Fanprojekt-Teams.
Weitere Kooperationen mit öffentlichen Einrichtungen aus den Bereichen Bildung (Fachhochschulen), Wissenschaft, Kultur, Energie, Umwelt und Gesundheit (Drogenberatung) sowie bspw. der Polizei werden angestrebt. Mitarbeiter dieser Institutionen können innerhalb des Projektes als Referenten auftreten, um den SchülerInnen bei der Lebensplanung behilflich zu sein und Handlungskompetenzen zu vermitteln.